Über Judo | Über Judo |
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| Geschrieben von Ingo Hollmann | |||
Was ist Judo?
Man kann Judo heute auf sehr viele unterschiedliche Arten und mit vielen unterschiedlichen Zielen betreiben. Man kann es als Fitness-Training ansehen, zur Selbsterfahrung oder auch Selbstverteidigung schulen, zu therapeutischen oder persönlichkeitsbildenden Zwecken einsetzen oder auch als Wettkampfsport ausüben. Judo - Suche nach dem WegZiele des JudosportsJudo ist mehr als eine Zweikampf- oder Selbstverteidigungssportart. Es ist auch mehr als nur eine Körperertüchtigung. Es ist eine Methode, das Prinzip der größtmöglichen Wirksamkeit von Körper und Geist zu erfassen und für das Alltagsleben nutzbar zu machen. Dieses Prinzip steht nicht im luftleeren Raum, sondern wird mit Hilfe des Partners zum beiderseitigen Wohlergehen realisiert. Der Judosport verfolgt vier Hauptziele:
Judo - Ein "sanfter Weg"Historische EntwicklungJudo (deutsch: der sanfte Weg) entwickelte sich aus Jiu-Jitsu. Jigoro Kano, der Begründer des modernen Judo, eliminierte aus der alten Selbstverteidigung alle gefährlichen Aktionen wie Tritte, Stöße und Schläge. Er schuf somit ein System, das es ermöglichte, einen sportlichen Vergleich auszutragen. Der Partner (nicht der Gegner) soll zwar besiegt, aber nicht verletzt und schon gar nicht vernichtet werden. Den Schwerpunkt legte Kano jedoch nicht auf den Wettkampf, sondern auf eine allseitige körperliche und geistige Ausbildung. In der vollkommenen Kontrolle über Geist und Körper sah er das höchste Ziel des Judo, um dadurch auf alle Probleme des Lebens vorbereitet zu sein. Deutschland wurde erstmals kurz nach der Jahrhundertwende mit diesem neuen Sport konfrontiert, aber erst nach dem 2. Weltkrieg kam es zu einer steilen Aufwärtsentwicklung. 1956 wurde der Deutsche Judo-Bund (DJB) gegründet und bereits Ende der 60er Jahre überschritt die Zahl der bundesdeutschen Judoka die 100.000er Grenze. In unserer heutigen Zeit betreiben über 40.000 aktive Sportler in Nordrhein-Westfalen vereinsgebunden Judo. Deutsche Judo-Kämpfer gehören in den letzten Jahren zu den Medaillengewinnern bei den Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. Judo - Ein Weg zum MitmenschenSpiel und Spaß durch aktive FreizeitgestaltungEs ist eine Tatsache: Sport und Spiel gewinnen in unserer, durch vermehrte Freizeit und Bewegungsarmut gekennzeichneten Industriegesellschaft zusehend an Bedeutung. Auch im Sportunterricht stehen Sport und Spiel im Zentrum pädagogischen Interesses. Sie dienen nicht nur der körperlichen Ertüchtigung, sondern tragen zu einer harmonischen Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit bei und verwirklichen soziale, emotionale und kognitive Ziele. In der Vergangenheit vorwiegend als reiner Wettkampfsport bekannt, gewinnt Judo auch als Breiten- und Freizeitsport immer mehr Freunde - Judo-Angebote für Familien, Mutter und Kind, Behinderte und soziale Randgruppen finden starke Resonanz und belegen den sozial-integrativen Charakter. Je mehr neben der therapeutischen Medizin die präventive Sportmedizin an Bedeutung gewinnt, desto wichtiger wird ein Sport wie Judo. Indem das Spiel integrativer Bestandteil des methodischen Vorgehens bzw. selbst Methode wird, kann der Judosport jedem etwas bieten, ohne Rücksicht auf Geschlecht, Alter oder Voraussetzungen. Judo- und Judo-Techniken werden im Spiel, durch Spiel und auf spielerische Art erlernt. Über die Förderung motorischer Fertigkeiten hinaus eröffnet Judo den "Weg zu sich selbst und zum Mitmenschen". Judo - Ein philosophischer WegPrinzipien der Selbstfindung und SozialentwicklungFür den Judo-Sport hat Jigoro Kano zwei Prinzipien formuliert, die verhindern, daß Judo in einen simplen Kräftevergleich ausartet. Sie machen diese Sportart zu einem Erziehungssystem par exellence. Das technische Prinzip, Siegen durch Nachgeben, ist auch als Prinzip vom größtmöglichen Nutzen und von der größten Wirksamkeit zu definieren. Wer dieses uralte Prinzip beherrscht, kann mit geringem Kraftaufwand einen stärkeren Angreifer besiegen. Besonders aber das ethisch-moralische Prinzip wird den Forderungen der modernen Sportpädagogik gerecht und versucht, neben motorischen auch soziale, emotionale und kognitive Ziele zu verwirklichen. Es ist das Prinzip vom gegenseitigen Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Lernfortschritt. Beim Judo wird nicht gegeneinander, sondern miteinander trainiert. Ein Judoka übt immer mit einem Partner; während der Übungsstunden kommt es zu einem ständigen engen Körperkontakt, wie er kaum in einer anderen Sportart zu finden ist. Ohne Kooperationsbereitschaft des Partners, ohne Anpassung an dessen Schwächen, ist beim Judo kein Lernfortschritt zu erzielen. Zwangsläufig werden soziale Eigenschaften wie Kooperationsfähigkeit, Mitverantwortlichkeit, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft ausgebildet. Judo -Ein Weg im SchulsportKräftevergleich als natürliches BedürfnisEine pädagogische Aufgabe des Schulsports ist es, die Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu erweitern. Demnach müssen für den Bereich der Schule Sportarten ausgewählt werden, die durch ihren Aufbau und Charakter so strukturiert sind, dass sie dem Sporttreibenden vielfältige motorische Erfahrungen ermöglichen. Das Medium Bewegung muß dabei zu einem wichtigen Lernbereich der präventiven Gesundheitserziehung werden. Eine solche Sportart ist Judo. Durch Aufnahme in die Lehrpläne und Richtlinien für das Fach Sport in NRW kann Judo in allen Schulformen ohne Einschränkung angeboten werden. Es bietet eine breite Palette von Techniken, Bewegungs- und Beanspruchungsformen und fördert gleichzeitig die Persönlichkeitsentwicklung in Ganzheitlichkeit von Körper und Geist. Aber auch Wahrnehmungsschulung und psychomotorische Förderung dürfen im modernen Schulsport nicht fehlen, denn Motorik einerseits und Wahrnehmung, intelligentes und kognitives Verhalten andererseits, stehen in einer sich gegenseitig bedingenden und verändernden Wechselbeziehung. Der Erwerb von Bewegungsabläufen erfolgt in enger Anbindung an Wahrnehmungsleistungen.
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| Letzte Aktualisierung ( Sunday, 10. May 2009 ) | |||

